Böbing nach der Säkularisation bis heute

Veröffentlicht am 27, Oktober 2014 von

Der Name Böbing stammt von einer Sippe eines Babo oder Bebo. Erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 935 unter den Ortsnamen Bebingoe.

Die Geschichte von Böbing ist eng mit dem Kloster Rottenbuch verbunden. Die Säkularisierung des Augustiner-Chorherrenstiftes zerstörte ein gewachsenes Gemeinweisen, das dem Einzelnen wirtschaftliches Wohlergehen, soziale Absicherung, medizinische Versorgung und kostenlose Bildungschancen ermöglicht hatte. Den Grunduntertanen bot sich nach vier Jahren Unsicherheit endlich die Möglichkeit gegen einen pauschalierte Geldzahlung an den bayrischen Staat – Rechtsnachfolger des Stiftes- das Eigentumsrecht an ihren Höfen zu erwerben. Die inneren und äußeren Spuren, die Klöster und Stifte in Bayern hinterlassen haben, ermöglichten jedoch auch, dass der moderne bayrische Staat entstehen konnte. Aus dem Hofmark des Stiftes bildeten sich die 3 politische Gemeinden Böbing, Wildsteig und Rottenbuch.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die selbstständige Gemeinde Böbing mit einem Ortsvorsteher und den Gemeindebevollmächtigten. Man zählte damals 111 Familien. 1867 hatte Böbing 133 Hausnummern. Seitdem hat sich die Bevölkerung mehr als verdoppelt: von 739 Einwohnern im Jahr 1867 auf 1.778 Einwohner im Jahr 2013.

Gewachsen ist das Dorf vor allem in den Fünfzigerjahren. Neue Siedlungen entstanden um den alten Ortskern. Diese wurden notwendig durch die Ansiedlung von Einheimischen und Heimatvertriebenen sowie den Zuzug neuer Gemeindemitglieder von auswärts. Zählte man 1950 schon 191 Häuser, so sind es 1990 bereits 375 Gebäude.

Im Jänner 1834 schließt der Gemeindeareal-Pfleger Nikolaus Erhard vom Lindauer die 1810 begonnenen Bestandsaufnahme der Gemarkung Böbing und ihren Riedschaften ab mit diesen Zahlen ab: Häuser 110, davon in Einöden und Riedschaften 70. Diese 110 Höfe besitzen 9.215,34 Tagwerk. Weitere Eigentümer sind: Auswärtige 536,66 Tagwerk, Staatsgrund 1.808,73 Tagwerk und 11.559,73 Tagwerk Gemeindeflur. (1 Tagwerk entspricht in Bayern 3.408 m²)

Die Vermessungsbehörden in Verbindung mit Nikolaus Erhard änderten damals die auf allen Grundstücken angegebenen Hausnummern in Plannummern, wie sie zum Teil heute noch im Gebrauch sind. Nikolaus Erhard hinterließ uns ein Buch, in den von den damaligen Höfen sämtliche Grundstücke mit Lage / Flurnamen und Plannummern aufgeführt sind. Das Buch befindet sich in Privatbesitz.

Ab 1816 waren bereits die ersten Flurkarten topographisch bestimmt und gemessen. Die Gemeinde konnte für ihren Bereich diese Urkarten 1990 vom Landesvermessungsamt erwerben. Gegenüber heute sieht man dort viele Veränderungen von Straßen, Brücken, Häusern usw. In den Jahren 1900 – 1906 erfolgte auch in unserer Gemarkung die Grundbuchanlegung. Sie entfachte einen Rechtler-Streit (1923 – 1927) über die Rechte der Klein- und Großbegüterten (Höfe) an den gemeinsamen Viehweide- und Holzanteilen, die noch aus der Klosterzeit bestanden, gegenüber der Gemeinde Böbing.